Augencamps - Altersblindheit verhindern


Das Augenlicht von älteren Menschen durch Kataraktoperationen verbessern und Altersblindheit verhindern – was in unseren Breitengraden seit langem zu den Routineeingriffen gehört, wird zunehmend auch in Indien von einigen REHASWiSS-Partnerorganisationen gefördert. Eine davon ist National Fellowship & Rehabiliation Centre for the Blind NFRCB in Allahabad, Uttar Pradesh. Die Hauptaktivitäten von NFRCB sind die Schule für blinde, seh- und hörbehinderte Kinder und die Förderung von behinderten Kindern in dezentralen kleinen Schulen auf dem Lande.


Zusätzlich führt der Leiter Dr. Dube, der in seinem Hauptberuf als Arzt am lokalen Spital arbeitet, jedes Jahr ein bis zwei Augencamps durch. REHASWiSS hat diese Camps in den letzten Jahren jeweils mit einem kleinen Beitrag unterstützt. Die restlichen Mittel steuern der lokale Lions Club sowie private Spender in Indien bei.

Dank einer grösseren privaten Spende gewährte REHASWiSS dem Partner diesmal einen höheren Beitrag und NFRCB konnte im Januar und Februar 2013 zwei grössere Augencamps von je drei Tagen durchführen. Insgesamt wurde bei 120 Personen im Alter von 50 bis 83 Jahren der Graue Star operiert. Weitere 469 Personen mit Augenleiden wurden untersucht und mit Brillen und Medikamenten versorgt.


Die Camps müssen sehr effizient organisiert sein, um in der kurzen Zeit die zahlreichen Patientinnen und Patienten sowie ihre Begleitpersonen zu betreuen.

Vorgängig müssen die Daten der Camps bekanntgemacht werden und geeignete Lokalitäten vorbereitet werden. Da die Spitäler nicht über genügend Räumlichkeiten verfügen für eine so grosse Anzahl von Patientinnen und Patienten, werden für Untersuchungen und Aufenthalt meist mobile Zelte aufgestellt.


Am ersten Tag werden möglichst viele Patienten untersucht, wenn möglich sofort behandelt oder für den zweiten oder dritten Tag für die Operation vorgemerkt. Das erfahrene Ärzteteam operiert an zwei Tagen je 30 Personen. Die Operationsmethode entspricht dem modernsten Standard: Wie in unseren Spitälern wird beim Grauen Star die trübe Linse ersetzt durch eine neue künstliche Linse; eine nachträgliche Sehkraft-Korrektur durch dicke Brillengläser ist somit nicht mehr nötig. Einen Tag oder einige Stunden nach der Behandlung werden die Patientinnen und Patienten nach Hause gebracht. Sie werden angewiesen, nach einer Woche zur Nachkontrolle ins Spital zu kommen. Diese Kontrollen waren durchwegs positiv: Alle 120 operierten Personen erlangten ihr Augenlicht wieder!


Die behandelten Menschen sind alle bedürftig und könnten sich die Behandlung selber nicht leisten. Alle Anwesenden werden während der drei Tage betreut und auch verpflegt, teilweise durch Freiwillige des lokalen Lions Clubs.


Die Gesamtkosten der beiden Augencamps vom Januar und Februar 2013, mit Operationen von 120 Personen sowie der Untersuchung und Behandlung von weiteren 469 Personen betrugen insgesamt 360‘000 indische Rupien, davon übernahm REHASWiSS 290‘000 und 70‘000 kamen aus lokalen Mitteln zusammen.

Für umgerechnet rund 5‘300 Franken konnten 589 bedürftige Menschen operiert oder behandelt werden, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Hilfe gehabt hätten und im Alter wohl erblindet wären.


Eine sehr erfreuliche Erfolgsgeschichte! Der Leiter von NFRCB bedankt sich im Namen aller behandelten Menschen herzlich für die grosszügige Hilfe.

Ein Wermutstropfen bleibt hingegen: So fügt Dr. Dube in seinem Bericht am Schluss an, dass zu den Untersuchungen immer viel mehr Menschen mit Grauem Star kommen, als in den Camps operiert werden können. Deshalb müssen viele auf ein späteres Augencamp vertröstet werden. Solange diese Camps einem dringenden Bedürfnis entsprechen und von NFRCB kompetent und erfolgreich durchgeführt werden, ist REHASWiSS auch bereit, jedes Jahr eine Mitfinanzierung zu prüfen.